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Pressemitteilung: Landtag Sachsen-Anhalt sieht keine Zuständigkeit für bezahlte Praxisphasen und verschiebt das Problem an den Bund

Zur Bekämpfung prekärer Lebensverhältnisse von Studierenden der Sozialen Arbeit während des berufspraktischen Studiensemesters und für eine gerechte Entlohnung dieser Praxisphasen, reichten wir als Junger DBSH Magdeburg im Februar 2024 eine Petition beim Petitionsausschuss des Landtages Sachsen-Anhalt ein. Nach unserem Vorsprechen am 15. August 2024, leitete der Ausschuss das Anliegen an die Bundesebene weiter. Einzelheiten dazu finden sich in unserer Pressemitteilung vom 15. August 2024.

Im März 2025 wurden wir nach der Einreichung eines Selbstbefassungsantrages durch die Fraktion DieLinke Sachsen-Anhalt, zu einem Fachgespräch im Wissenschaftsausschuss des Landtages eingeladen. Ebenso nahmen die LIGA Sachsen-Anhalt, das Praxisreferat und der Fachschaftsrat der Hochschule Magdeburg-Stendal teil. In diesem Rahmen erläuterten wir erneut die Notwendigkeit einer Lösung auf Landesebene. Dennoch endete die Befassung des Ausschusses ohne klare Verantwortlichkeiten und wurde lediglich dem Sozialausschuss zur Kenntnisnahme vorgelegt.

Im Mai 2025 brachten DieLinke und Bündnis 90/Die Grünen Anträge zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Studierende während der Pflichtpraktika im Landtag ein, die jedoch abgelehnt wurden. Stattdessen beschloss die Koalition aus SPD, CDU und FDP mit Unterstützung von drei Stimmen der AfD einen Alternativantrag, der unser Anliegen erneut an den Bund verwies. Diese wiederholte Weiterreichung der Zuständigkeit bedeutet, dass Studierende auch weiterhin ohne verpflichtende Vergütung in prekären Lebenssituationen in Sachsen-Anhalt verbleiben.

Auf kommunaler Ebene befasste sich der Stadtrat Magdeburg seit dem Jahr 2022 bis 2024 mit einem interfraktionellen Antrag von DieLinke, Grüne/future! und SPD zur Vergütung von Pflichtpraktika. Nach einem Widerspruch der Oberbürgermeisterin, wurde dieser aufgrund der angespannten Haushaltslage abgelehnt. Gleichzeitig erklärten Stadt und Oberbürgermeisterin ihre Bereitschaft, sich auf Landes- und Bundesebene für eine strukturelle Lösung einzusetzen. Vertreter*innen der Stadt führten hierzu Gespräche mit dem Wissenschafts- und Finanzministerium, die fortgesetzt werden. An einem Runden Tisch führten die besagten Parteien, Vertreter*innen der Stadt Magdeburg, der Stadtjugendring und wir als Betroffene Gespräche, da eine landesrechtliche Verpflichtung zur Vergütung hier die Lösung sein könnte. Würde das Land eine gesetzliche Verpflichtung zur Vergütung beschließen, könnte auch die Stadt Magdeburg dies im Haushalt verankern.Dies ist leider bisher aufgrund der Entscheidungen des Landtages erfolglos geblieben. 

Trotz der Unterstützung und intensiver ehrenamtlicher Arbeit, mehrerer Stellungnahmen und zahlreicher Gespräche der Aktiven im Jungen DBSH Magdeburg, konnte über den parlamentarischen Weg bislang keine Verpflichtung zur Vergütung des berufspraktischen Studiensemesters erreicht werden. Die Entscheidung des Landes Sachsen-Anhalt, die bisherige Kann-Regelung beizubehalten und zukünftigen Fachkräften weiterhin prekären Ausbildungsverhältnissen auszusetzen, nehmen wir mit Bedauern zur Kenntnis. 

Ein Hoffnungsschimmer bleibt: Der Bundespetitionsausschuss prüft derzeit unser Anliegen. Wir hoffen, dass die Sichtbarkeit der Problematik auf Bundesebene den bestehenden Handlungsbedarf verdeutlicht und Wege zur Umsetzung aufgezeigt werden. Außerdem hat Sozialministerin Grimm-Benne noch Angebote im Landtag gemacht, um weitere Möglichkeiten der Finanzierung von Praxisstellen in ihrem Haus zu prüfen. Ein runder Tisch für kurzfristige Hilfsangebote ist mit der Landeshauptstadt und der Landesregierung noch in Planung. Wir bleiben dran!

gez. Tanja Amelang & Jonas Kröning
(Sprecher:innen des Jungen DBSH Sachsen-Anhalt)

 

 

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Mi, 01. Oktober 2025

Downloads

  • Pressemitteilung des NPP (pdf)

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